Zwischen Prachtbauten beim Kaffee sitzen und dabei auf das Mittelmeer blicken. In Triest ist das möglich. Ein Besuch in dieser wunderschönen Stadt.

Triest Highlights im Überblick:

  • der große Platz der Stadt mit wunderbaren Prachtbauten öffnet sich direkt zum Meer
  • der Burgberg mit der Festung und alten Kirchen bietet einen herrlichen Blick
  • die vielen prachtvollen Häuser zeigen unterschiedliche Epochen
  • Triest ist zudem eine Hauptstadt des Kaffees – ein Café-Besuch gehört dazu

Triest ist für mich die Stadt der schönen Häuser. Sie vermischt das alte Österreich mit typisch Italienischem, aber auch typisch Slowenischem. Sogar in der Sprache drückt sich das aus, denn meist folgt hier dem „buon giorno“ direkt noch ein „dobre dan“.

Doch woher kommt die Schönheit und der Reichtum dieser Stadt an der Adria?

Die Pracht alter Häuser in Triest
Die Pracht alter Häuser in Triest

Triest blühte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Der Hafen war der Garant für den Reichtum der Stadt. Waren aus dem Orient kamen hier und wurden von hier aus im ganzen Habsburger-Reich verteilt. Die Bürger Triests waren vermögend und meist friedliebend. Slawen, Italiener, Österreicher, Juden – sie alle gingen hier gemeinsam ihren Geschäften nach.

Der Reichtum Triests drückt sich in den Bauten aus. Klassizistisch, eklektisch, historistisch – hier mixen sich verschiedene Stile, die aber alle Prunk und Schönheit ausstrahlen. Im ganzen Stadtkern reihen sich solche prachtvollen Häuser aneinander. Und da Triest aus den Weltkriegen nahezu unbeschadet hervorging, können wir Besucher die Schönheit dieser Häuser noch heute bestaunen.

Eine Haus-Fassade
Eine Haus-Fassade

Wir nehmen Euch hier auf der Reise-Schreibmaschine mit auf einen Rundgang, der zeigt, was Triest so sehenswert macht.

Ein Tag in Triest als Rundgang

Start: Canale Grande

Canale Grande in Triest
Canale Grande in Triest

Beginnen wir die Runde durch die Stadt am Canale Grande. Auch wenn er mit seinem Namensvetter in Venedig nur wenig gemein hat, lassen die Gebäude an seinem Ufer den Vergleich sowieso schnell vergessen. Das Viertel hier heißt „Borgo Teresiano“ – Theresien-Viertel. Der Name deutet auf die österreichische Kaiserin Maria Theresia hin, mit deren Förderung die Häuser hier ab dem 18. Jahrhundert entstanden.

Im Canale Grande ankerten einst wirklich die großen Handelsschiffe, heute allerdings kommen nur noch kleine Boote unter der Straßenbrücke hindurch.

Gleich zu Beginn steht mein persönliches Highlight, das Art Deco-Gebäude „Palazzo Aedes“ von 1928.

Art Deco Gebäude "Palazzo Aedes"
Art Deco Gebäude „Palazzo Aedes“

Es wird auch Wolkenkratzer von Triest genannt, obwohl es nur acht Stockwerke zählt. Doch im Stil und Aussehen sollte es an seine Gegenstücke in New York erinnern, die in den 1920ern dort gebaut wurden.

Dahinter beginnt die Zeile mit dem „Palazzo Gopcevich“ und dem „Civico Museo Teatrale Carlo Schmidl“. Das Gebäude wurde 1850 im eklektischen Stil errichtet – sprich es mischte geschickt die Elemente aus vorherigen Epochen und verschmolz diese.

Fassade des Civico Museo Teatrale Carlo Schmidl
Fassade des Civico Museo Teatrale Carlo Schmidl

Der Kanal endet am Platz vor der Kirche Sant’Antonio Taumaturgo, vor der auch ein kleiner Marktplatz liegt.

Sant’Antonio Taumaturgo
Sant’Antonio Taumaturgo

Auf der rechten Seite beeindruckt zudem die orthodoxe Kirche mit ihrer runden Kuppel.

Orthodoxe Kirche
Orthodoxe Kirche

Rund um den Kanal gibt es noch weitere interessante Häuser und Plätze, wer Lust hat, geht ihn auf der anderen Seite noch einmal hinunter. Dann aber verlassen wir den Kanal und gehen Richtung Burgberg der Stadt.

Römisches Theater – Teatro Romano di Trieste

Über den Via S. Spiridione, der entlang der orthodoxen Kirche vom Canale Grande abgeht, spazieren wir zum römischen Theater, das am Fuße des „Colle di San Giusto“ liegt.

Römisches Theater von Triest
Römisches Theater von Triest

Das Theater stammt aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, als Rom noch die damals bekannte Welt beherrschte. Es soll 6.000 Zuschauern Platz geboten haben – für damalige Zeiten eine ziemliche Menge. Übrigens führen die Triester im Rahmen von Festivals im Juli hier immer noch Theaterstücke auf.

Der Colle di San Giusto, an dem das Theater liegt, ist der Berg, an den sich früher die antike Stadt schmiegte. Das Mittelmeer reichte zu Zeiten der Römer noch bis zu seinem Fuß. San Guisto, Heiliger Justus, ist übrigens der Name des Schutzheiligen der Stadt Triest. Er hatte sich um 300 nach Christus bei den Römern leider unbeliebt gemacht, woraufhin sie ihn mit Steinen beschwert ins Meer warfen – das machte ihn zum Märtyrer. Bei Triest soll er an Land gespült worden sein und hier begann bald eine Art Kult um den Heiligen.

Ganz oben thront das Castello di San Giusto, das ab dem 15. Jahrhundert dort errichtet wurde. Das wollen wir nun besuchen. Durch kleine Gassen nur für Fußgänger geht es hinter dem Theater den Berg zur Burg hoch.

Gassen den Burgberg hoch
Gassen den Burgberg hoch

Auf dem Weg passieren wir ein altes Stadttor Triests. Es bestand aus einem Turm, der heute noch als Ruine zu sehen ist und heißt „Tor Cucherna“.

Altes Stadttor
Altes Stadttor

Schließlich erreichen wir die Festung auf dem Berg. Im Inneren befindet sich heute ein Museum, und der Blick von oben über die Stadt und den Hafen soll recht schön sein. (Als wir dort waren, hatte die Burg aber geschlossen, darum können wir nicht mehr als Hörensagen bieten.)

Vor der Festung erstreckt sich ein Platz mit mehreren Säulenüberresten. Das sind die Überbleibsel der alten römischen Kirche.

Überreste der römischen Basilika und die Festung San Giusto im dahinter
Überreste der römischen Basilika und die Festung San Giusto im dahinter

An einem Ende der Säulen steht dann die „neuere“ Kathedrale von Triest.

Kathedrale von Triest
Kathedrale von Triest

Der Blick über die Stadt von der Festung aus ist durchaus schön und wer möchte, kann die Kirche auch von innen besichtigen, es gibt dort ein schönes Mosaik zu sehen, und das Rosettenfenster aus dem 14. Jahrhundert ist auch wunderschön.

Zurück nach unten gehen wir über die Gasse „Via della Cattedrale“, die direkt vor der Kathedrale hinabführt.

Hier sind die Häuser zwar alt, aber teilweise auch in einem schlechten Zustand. Es ist der nicht ganz so gut aussehende Teil Triests.

Auf dem Weg von der Burg
Auf dem Weg von der Burg

Wir schlagen uns durch, bis wir wieder den großen Platz erreichen.

Pause auf dem Piazza dell’Unità d’Italia

In einem der Cafés einen Kaffee trinken, gehört wirklich dazu. Möglichst in der Sonne. Keine Sorge: Die Preise für Kaffee sind – anders als auf dem Markusplatz in Venedig – moderat. Problem ist eher: Auf den Tafeln stehen um die 10 verschiedenen Sorten. Von Schwarz bis Milchkaffee. Da fällt die Wahl nicht leicht.

Piazza dell’Unità d’Italia mit dem großen Rathaus am Ende
Piazza dell’Unità d’Italia mit dem großen Rathaus am Ende

Auch hier auf dem Platz gilt: Häuser bestaunen. Der „Palazzo del Governo“, der Regierungspalast etwa ist mit goldenen Mosaiksteinen verziert.

Palazzo del Governo
Palazzo del Governo

Kommt die Sonne am Abend um die anderen Gebäude, fangen die Ornamente an zu glitzern.

Ornamente des Palazzo del Governo
Ornamente des Palazzo del Governo

Natürlich beherrscht aber das Rathaus die Mitte des Platzes. Davor steht der Brunnen „Fontana dei quattro continenti“ – Brunnen der vier Kontinente. Als er 1750 errichtet wurde, hatten die Europäer noch nicht begriffen, dass Australien ein Kontinent war.

Brunnen der vier Kontinente
Brunnen der vier Kontinente

Nach 16 Uhr: In die Gassen des jüdischen Viertels

Ins jüdische Viertel
Ins jüdische Viertel

Antiquitäten-, Krimskrams-Läden, Restaurants und Kunst-Handwerker finden ein Zuhause im jüdischen Viertel, das sich südwestlich des großen Platzes erstreckt. Sich hier ein bisschen herumzutreiben, macht viel Spaß.

Antiquitätengeschäft
Antiquitätengeschäft

Allerdings machen die meisten Geschäfte erst nach 16 Uhr wieder auf, darum solltet Ihr das Viertel also erst zu dieser Uhrzeit aufsuchen.

Ein Buchverkäufer im Jüdischen Viertel
Ein Buchverkäufer im Jüdischen Viertel

Jeden dritten Sonntag im Monat gibt es hier übrigens auch einen Flohmarkt.

Genug gebummelt, dann gehen wir am Ende des Tages bei schönem Wetter zur Molo Audace.

Ausklingen am Abend: Molo Audace – Sonnenuntergang genießen

Die Molo Audace erstreckt sich direkt vor dem großen Platz von Triest 200 Meter in das Hafenbecken hinein. Sie ist heute eher ein Denkmal und eine Gelegenheit für einen Spaziergang. Nur selten ankern hier im Rahmen der jährlichen Regatta noch Schiffe. Da sie nach Nordwesten blickt, kann man von ihrer Spitze aus bei gutem Wetter den Sonnenuntergang wunderbar bestaunen.

Blick von der Molo Audace
Blick von der Molo Audace

Wenn die Sonne untergegangen ist, gehen in der Stadt die Lichter an.

Blick entlang der Promenade
Blick entlang der Promenade

Und der Abend kann ausklingen mit dem Blick auf die beleuchtete Piazza dell’Unità d’Italia.

Piazza dell’Unità d’Italia
Der beleuchtete Piazza dell’Unità d’Italia abends

Karte der Rundtour

Die eben beschriebene Rundtour gibt es hier noch als Karte, allerdings kennt Google die kleinen Fußgassen auf den Burgberg nicht, hier muss sich jeder selbst durchwühlen.

Natürlich gibt es noch so viele weitere Sehenswürdigkeiten in Triest. Etwa die Piazza Guglielmo Oberdan, von der auch die berühmte Straßenbahn „Opicina“ nach Norden wegfährt.

Piazza Guglielmo Oberdan
Piazza Guglielmo Oberdan

Die noble Einkaufsgegend am Piazza della Borsa (direkt hinter dem großen Platz) oder um den „Corso Italia“; das alte Stadttor Arco di Riccardo nahe des römischen Theaters und vieles vieles mehr.

Piazza della Borsa
Piazza della Borsa

Darum eignet sich Triest eben auch für deutlich längere Aufenthalte als für nur einen Tag. Zumal die Umgebung von Triest noch viele weitere Sehenswürdigkeiten bietet, wie das nahegelegene Castello di Miramare und vieles mehr in der Provinz Triest.

Parken in Triest

Der Parkplatz „Molo quattro“ oder „Molo IV“ liegt nahe des Bahnhofs an alten Hafenanlagen. Hier findet sich fast immer ein Stellplatz zu annehmbaren Preisen. Und von hier aus lässt sich auch fast jede Ecke der Innenstadt zu Fuß erreichen. Übrigens: Hier steht der sehenswerte Kran „Ursus“, der an die früheren Zeiten im Hafen erinnert.

Kran an der Molo 4
Kran an der Molo 4

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.