Eine kleine Insel ist die Top-Destination für Whale Watching in Nova Scotia. Vor allem Buckelwale kann man bei Brier Island sehen. Wir waren da.

Inhalt:
» Whalewatching
» Brier Island Infos
» Essen & Unterkunft
» Anfahrt

Brier Island ist auf der Karte schwer zu finden: An der Westküste Nova Scotias streckt sich eine schmale Landzunge in die Bay of Fundy, der sogenannte Digby Neck. An dessen Ende liegt Brier Island – siebeneinhalb Kilometer lang und zweieinhalb Kilometer breit. Hier leben vor allem Fischer – es gibt ein paar Häuschen mit Bojen davor, einen Hafen und viel Ruhe.

Haus auf Brier Island
Haus auf Brier Island

Vermutlich würde sich kein Tourist hierher verirren, wäre Brier Island nicht die Top-Destination für Walbeobachtungen in Nova Scotia. Und diesen Ruf hat sich die Insel wirklich verdient.

Die Whale Watching Tour

Was erwartet den Besucher bei einer Tour? Wir haben eine Walbeobachtung mitgemacht. Unser Anbieter war Brier Island Whale and Seabird Cruises mit ihrem Boot, der Mega Nova.

Brier Island Whale and Seabird Cruises, Boot Mega Nova
Die Mega Nova

Die Tour kostete pro Person 50 kanadische Dollar, das entsprach damals zirka 35 Euro. Los ging es für uns um 09:30 Uhr morgens – weitere Touren finden aber mittags und abends statt, außerdem gibt es noch weitere Möglichkeiten mit dem Schnellboot. Saison ist zwischen Anfang Juni und Mitte Oktober.

Die Mega Nova ist langsamer, bietet aber ein oberes und ein unteres Beobachtungsdeck. Wetterfeste und warme Kleidung sollte mit dabei sein. Die Runde dauert zirka drei bis fünf Stunden und führt von Brier Island in die Bay of Fundy hinein.

Route der Mega Nova
Route der Mega Nova

Der Grund dafür, dass bei Brier Island sich die Wale meist aufhalten, liegt an der Untiefe vor der Insel. Hier spült die Strömung Nährstoffe nach oben, die die Wale mögen. Somit ist dieser Ort auch einer der sichersten Spots, um die Meeressäuger zu sehen.

Zunächst ging es mit der Mega Nova aus dem geschützten Hafenbereich. Entlang der Insel konnten wir dabei Seevögel beobachten.

Kanadareiher an Brier Island
Kanadareiher an Brier Island

Es dauert nicht lange, bis der erste Blas am Horizont zu sehen war.

Blas eines Buckelwals
Blas eines Buckelwals

Wir waren im Zielgebiet angekommen. Und was besonders schön war: Die Skipper führen auf Respekts-Distanz an den Wal heran – aber nicht zu nah – und stellten dann den Motor ab. Auf diese Weise sollten die Tiere so wenig wie möglich gestört werden.

Dazu ist zu sagen, dass die Touren hier streng reguliert werden – möglichst sollen sich die Boote der Anbieter nicht um einen Spot scharen. Außerdem betreibt zumindest die Crew der Mega Nova auch Studien zum Thema – und zwar bei jeder Ausfahrt. Das merkt man auch, sobald man sich mit den Guides unterhält: sie wussten fast alles und erklärten es großartig und einfühlsam. Sie haben sogar Namen für viele der Tiere.

Zwei Wale nahe der Mega Nova
Zwei Wale nahe der Mega Nova

Gerade weil der Motor aus war und die Wale hier auch den Tourismus schon kannten, wagten sie sich ihrerseits nah an das Boot. Teilweise waren wir umgeben von drei oder vier Buckelwalen.

Natürlich war stets der spannendste Augenblick der, wenn ein Wal abtauchte und sich die Schwanzflosse aus dem Wasser hob.

Abtauchender Buckelwal
Abtauchender Buckelwal

Das Wetter kam uns an dem Tag nur halbwegs entgegen: Es gab nur wenig Sonne und das Wasser war stets leicht gekräuselt. Das hatte zur Folge, dass die Körper der Wale unter Wasser nicht in voller Pracht zu sehen waren. Auch brachen die Wale nur vereinzelt mit ganzem Körper aus dem Wasser. Das sogenannte Breachen gehört zu den tollsten Schauspielen der schweren Meeressäuger – wir konnten an dem Tag nur einen in weiter Ferne sehen.

Dennoch waren wir die ganze Zeit begeistert und wie im Fieber. Denn alleine schon die Flossen und Buckel – kurz: die schiere Größe und Anmut der Tiere – begeisterten uns restlos.

Ein Buckel eines Buckelwals
Ein Buckel eines Buckelwals

Und einige der Wale schienen uns zuzuwinken.

Walfinne
Walfinne

Die Zeit verging wirklich wie im Rausch. Im Rahmen der Studien meldet die Mega Nova Crew stets ihre Beobachtungszahlen. An diesem Tag hatte sie 21 Buckelwale identifiziert. Zwölf davon waren direkt beim Boot und zwar auch für längere Zeit.

Auf der Rückfahrt sprangen uns dann noch eine Schule Delfine um die Ohren.

Ein Delfin beim Springen
Ein Delfin beim Springen

Als wir mit dem Boot in den Hafen zurückkehrten, waren wir restlos glücklich und fast etwas erschöpft. Die Ausfahrt bei Brier Island war die erfolgreichste Walbeobachtung, an der wir jemals teilgenommen hatten. Die Chance, bei Brier Island in der Saison Wale zu sehen, ist wirklich sehr hoch.

Was Brier Island noch bietet

Die Walbeobachtung ist die Hauptattraktion, keine Frage. Viele kommen nur für den Ausflug und machen sich dann wieder auf den Weg zurück über den Digby Neck. Dennoch bietet die kleine Insel auch für einen Abend Reize.

Einen schönen Blick hat man am Leuchtturm im Norden der Insel. Wer Wale von Land aus sehen will, hat hier die besten Chancen.

Brier Island Northern Light
Brier Island Northern Light

Außerdem gibt es noch im Westen der Insel einen großen Leuchtturm, der vor allem einen guten Blick auf den Sonnenuntergang ermöglichen soll.

Einen kleinen Strand zum Spazierengehen gibt es im Süden der Insel. Am Pond Cove Beach tummeln sich ab und an auch Seehunde.

Pond Cove Beach
Pond Cove Beach

Essen und Unterkunft

Für beides gibt es eigentlich nur die Brier Island Lodge. Sie bietet einfache aber gute Zimmer an. Im Speise- und Aufenthaltsraum servieren die Betreiber Abendessen und Frühstück auf gutem Niveau und mit schönem Blick.

Es dominieren Meeresfrüchte aus lokalem Fang mit Gemüse, freilich gibt es aber auch andere lokale Gerichte. Wir haben uns da sehr wohl gefühlt und uns hat das Essen geschmeckt.

Im Speisesaal und um die Lodge liegen übrigens auch viele interessante Knochen von Walen, die angespült wurden.

Walknochen bei der Lodge
Walknochen bei der Lodge

Anfahrt zu Brier Island

Autofähre nach Brier Island
Autofähre nach Brier Island

Es gibt einen guten Grund, dass wir uns für zwei Nächte in die Lodge eingemietet haben, denn die Anfahrt auf die Insel ist durchaus anstrengend. Vom Beginn des Digby Neck bis zur Insel sind es rund 65 Kilometer. Dazwischen fahren noch zwei Fähren (jeweils 7 CAD bar), die nur einmal stündlich verkehren. So kann es schon zwei Stunden dauern, um die Insel zu erreichen. Die Betreiber der Webseite von Brier Island schreiben dazu Folgendes:

  • Fahre etwa jeweils zur halben Stunde in Digby los
  • Zur Ostfähre dauert es dann 45 Minuten
  • Die Fähre legt zur halben Stunde ab und braucht 5 Minuten
  • Weitere 15 Minuten Fahrt zur nächsten Fähre
  • Die Fähre nach Brier Island legt immer zur vollen Stunde ab und braucht 7 Minuten

Beispiel: Fährt man in Digby um 12:30 Uhr los, nimmt man die erste Fähre um 13:30 Uhr, die zweite um 2:00 Uhr und kommt um 2:07 Uhr auf Brier Island an.

Wer sich mehr Zeit nehmen will, fährt gemütlich an einem Tag hin und hält zum Beispiel für einen schönen Spaziergang zum Balancing Rock.

Balancing Rock
Balancing Rock

Auf dem Rückweg lässt sich dann noch das ein oder andere Fischerörtchen oder ein schöner Kieselstrand am Whale Cove besuchen.

Kiesel am Whale Cove
Kiesel am Whale Cove

 

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